Eigene Haare verkaufen oder spenden – das sind die Möglichkeiten

Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich von seinen Haarmähne zu trennen, hat sich vielleicht schon einmal gefragt, ob diese nicht noch einmal genutzt werden könnten.

Tatsächlich gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, die eigenen Haare zu verkaufen oder auch zu spenden. Das ist auf www.Ankaeufer.com leider nicht möglich. Doch wir zeigen Ihnen gerne auf welche Möglichkeiten es gibt und worauf Sie achten sollten. Echthaare werden sowohl für die Herstellung von Perücken und Extensions als auch für so genannte Haarintegrationen benötigt, bei denen lichtes Haar am Oberkopf kaschiert wird. Was gilt es vor und bei einem Verkauf der eigenen Haare zu beachten? Und, falls Sie Ihre Haare spenden möchten, anstatt sie zu verkaufen, wie und wo kann das Haar gespendet werden? Hier einige Tipps und Hinweise dazu.

Haare spenden oder verkaufen – die Voraussetzungen

Käufer von Haaren sowie Institutionen, die aus gemeinnützigen Gründen Haarspenden annehmen, stellen Bedingungen an die abgegebenen Haare. Denn nur unter bestimmten Voraussetzungen können Echthaare zu Perücken weiterverarbeitet werden. Das schränkt die Personengruppe, die überhaupt Haare verkaufen oder spenden können, stark ein. Wie sehen die Voraussetzungen aus?

Eine wesentliche Voraussetzung für den Haarverkauf oder die Haarspende ist die Richtung, in der die abgeschnittenen Haare zusammengebunden werden. Sie müssen Remi liegen, wie es der Fachmann nennt. Das heißt so, wie sie auch am Kopf gewachsen sind – Haarspitzen auf Haarspitzen und Schnittenden auf Schnittenden. Wird das nicht eingehalten, sind die Haare zur Weiterverarbeitung praktisch unbrauchbar. Der Grund hierfür sind die Schuppenschichten der Haare, die alle in eine Richtung zeigen. Vergleichen lässt sich das mit Tannenzapfen, die ineinander verhaken würden, wenn sie aneinanderreiben. Im Fall von Haaren würde das zum Verknoten und letzten Endes zum Verfilzen der Haare führen. Vermeiden können Sie dieses Problem, wenn Sie die Haare vor dem Abschneiden zu einem Zopf oder Pferdeschwanz zusammenbinden.

Weitere Bedingungen, die an jeden gestellt werden, der Haare spenden oder verkaufen möchte: Die Haare sollten eine Mindestlänge von 25 bis 30 cm haben. Je länger, desto besser. Die Haare müssen außerdem alle gleich lang sein. Das Haar darf also nicht gestuft sein. Sie sollten gut gepflegt und gewaschen, aber dennoch trocken sein. Sie müssen ungefärbt, unbehandelt, nicht geglättet oder gewellt, gesund und weder splissig noch spröde sein. Fachleute nennen ein solches Haar „jungfräulich“. Der Träger sollte möglichst in einer rauch- und drogenfreien Umgebung gelebt haben. Wahrnehmbarer Zigarettengeruch an den Haaren ist ein No-Go. Weitere Infos dazu finden Sie auf folgender Ratgeberseite zur Haarentfernung.

Gut zu wissen: Manche Käufer akzeptieren nur Haare, die in einem bestimmten Friseursalon abgeschnitten werden. So schließen sie das Risiko aus, Tierhaar oder gar von alten Perücken heruntergeschnittenes Haar untergejubelt zu bekommen.

Welcher Preis kann erzielt werden?

Wer seine Haarpracht verkaufen möchte, kann sich an einen Hersteller von Perücken wenden. Überall auf der Welt werden Echthaare für die Herstellung von Perücken und Haarteilen wie Extensions oder Haartopper benötigt. Viele Firmen, die Perücken herstellen, kaufen Haare direkt an. Finden lassen sich solche Firmen im Internet. Daneben gibt es die Möglichkeit, sich an Vermittlungsagenturen zu wenden. Die Preise sind hier meist etwas höher. Vielfach lassen sich die zu erzielenden Preise bereits per Preisrechner direkt auf der Website ermitteln.

Wenn der Anbieter einen seriösen Eindruck macht, wird der endgültige Preis festgelegt. Zwischen 60 Cent und 100 Cent pro Zentimeter sollte man schon erwarten können. Je nach Qualität, Gewicht, Länge, Dicke und Farbe der Haare kann der Preis aber auch um einiges höher liegen. Aufgrund von Spliss muss allerdings oft noch ein Teil der Haare abgeschnitten werden, was sich nachteilig auf den Preis auswirken kann. Helles Haar wird am höchsten gehandelt, da es am seltensten ist. Brünette und rote Haare liegen im mittleren Preissegment. Schwarze Haare sind aufgrund des hohen und qualitativ hochwertigen Angebots aus Dritte-Welt-Ländern nicht so begehrt und liegen daher im unteren Preissegment.

So funktioniert der Verkauf

Bei vielen Vermittlungsagenturen muss ein Konto eingerichtet werden, wo vorab ein Foto mit einer Beschreibung der Haare hochgeladen wird. Die Fotos am besten draußen bei direktem Sonnenlicht aufnehmen, das lässt sie schöner aussehen. Es ist auch sinnvoll, auf einem der Bilder ein Lineal neben die Haare halten. So kann der Käufer direkt die Länge des Haares ablesen. Kaufinteressenten können auf die eingestellte Anzeige zugreifen und mit dem Anbieter bzw. Träger der Haare über die Website Kontakt aufnehmen. Kann man sich auf einen Preis einigen, wird das Geld überwiesen. Nach Zahlungseingang das Haar dann abschneiden und verschicken. Es empfiehlt sich, die gewaschenen und gründlich getrockneten Haare vor dem Abschneiden zu kämmen und mit einem Haargummi zu einem Pferdeschwanz zu frisieren, der an mehreren weiteren Stellen mit Haargummis zusammengenommen wird. Eine andere Möglichkeit ist, den Pferdeschwanz in drei Strängen einen Zopf flechten und den Zopf am Ende mit einem zweiten Haargummi fixieren. Anschließend mit einer Haarschneideschere oberhalb des ersten Haargummis abschneiden.

10 Top-Tipps für strahlende Haare

Wer vorhat, seine Haare zu verkaufen, kann schon vorab einiges tun, um einen möglichst hohen Preis mit seiner Haarpracht zu erzielen. Hier unsere Top-Tipps für gutaussehende Haarpracht:

  1. Niemals Haargummis oder sonstigen Haarschmuck verwenden, durch den das Haar beschädigt werden könnte.
  2. Das Haar vor Sonnenschäden schützen. Bei starker Sonneneinstrahlung eine Kopfbedeckung tragen.
  3. Nicht zu oft in Schwimmbad gehen. Durch das Chlorwasser trocknet das Haar aus.
  4. Föhn, Glätteisen und Lockenstab aus dem Badezimmer verbannen. Alle Stylingutensilien, die mit Hitze arbeiten, sind Gift für die Haare. Sie werden brüchig und verlieren an Wert. Lassen Sie die Haare einfach an der Luft trocknen und freuen Sie sich über die naturgegebene Struktur.
  5. Möglichst wenig Chemie, sprich Stylingprodukte wie Haarspray, verwenden.
  6. Regelmäßig die Spitzen schneiden lassen, um Spliss vorzubeugen.
  7. Auf einen gesunden, möglichst stressfreien Lebensstil sowie auf gesunde Nahrung achten. In der Apotheke gibt es spezielle Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Haare. Auch eine proteinreiche Ernährung wirkt sich positiv auf die Haarpracht aus. Merke: Nur gesunde Haare sind schöne Haare.
  8. Ausreichend reines Wasser trinken. Das Haar sieht dann gesünder und glänzender aus.
  9. Die Haare maximal jeden zweiten bis dritten Tag mit sulfatfreiem Shampoo waschen. Zu häufige Haarwäsche macht das Haar trocken und spröde.
  10. Die Haare wirklich erst kurz vor dem Versand abschneiden. Frisch geschnittenes Haar hat einen speziellen Glanz, den der erfahrene Käufer auf einen Blick erkennen kann.

Achtung, Betrüger!

Leider gibt es gerade im Bereich des Handels mit Echthaar viele schwarze Schafe. Es kommt leider immer wieder vor, dass der Kontakt zum Käufer abbricht, sobald der Verkäufer seine Haare verschickt hat. Das ist sehr ärgerlich. Es ist deshalb ungemein wichtig, sich vor dem Verkauf gut über den Käufer zu informieren und Referenzen einzuholen. Im Zweifel das Haar erst nach Zahlungseingang versenden. Insbesondere wer sein Haar über einen Drittanbieter verkauft, sollte das Haar unbedingt erst abschneiden und verschicken, wenn die Zahlung dafür eingegangen ist. Andernfalls besteht ein nicht unerhebliches Risiko, abgezockt zu werden. PayPal gilt als sicheres Zahlungsmittel. Akzeptiert der Käufer nur Western Union, sollten schon die Alarmglocken schrillen … Und noch ein Tipp: Die Haare nur versichert und mit einer nachverfolgbaren Sendungsnummer an den Käufer verschicken.

Haare spenden

Wer gerne seine Haare spenden möchte und damit anderen etwas Gutes tun will, dem stehen hier verschiedene Möglichkeiten offen. Je nach Organisation werden die Haare entweder direkt zur Herstellung von Perücken für Menschen verwendet, die unter Alopezie leiden oder eine Chemotherapie hinter sich haben, oder aber die Erlöse aus dem Verkauf der Haare werden einer gemeinnützigen Organisation gespendet. In beiden Fällen kommt die Spende Bedürftigen zugute. Oft tut eine Haarspende nicht weh, bedeutet einem anderen Menschen, der sich ansonsten keine Perücke leisten könnte, aber die Welt. Wir stellen einmal drei seriöse Organisationen kurz vor:

Hairfax: Hairfax in Offenburg freut sich über jeden, der seine Haare spenden möchte. Die Organisation nimmt gerne saubere Haarspenden entgegen, die dann in Form eines Haarersatzes krebskranken Menschen zur Verfügung gestellt werden. Diese müssen lediglich einen Teil der Unkosten zur Herstellung der Perücken beitragen.
Website: www.haarespenden.com

Bundesverband der Zweithaarspezialisten (BVZ): Der BVZ mit Sitz im deutschen Rosenfeld nimmt im Rahmen der Charity-Aktion „Rapunzel“ seit einigen Jahren Haarspenden entgegen, die dann einmal pro Jahr versteigert werden. Der Erlös der Haarversteigerung wird nach Steuern an eine gemeinnützige Organisation gespendet. Zu den Institutionen, die in den vergangenen Jahren bereits von der Spendenaktion profitiert haben, zählen das Projekt „Gemeinsam gesund werden“ der Rexrodt-von-Fircks-Stiftung, die Stiftung „Humor Hilft Heilen“ von Dr. Eckart von Hirschhausen oder auch die Ronald McDonald Kinderhilfestiftung.

Wigs for Kids: Die in Ohio in den USA ansässige Organisation Wigs for Kids stellt Perücken für Kinder her. Es werden zwar Haarspenden ab einer Länge von 30 cm angenommen, jedoch bevorzugt ab einer Länge von 35 cm. Voraussetzung ist, dass das Haar von einem Profi geschnitten wird. Die Haare zu einem Pferdeschwanz zusammenbinden, in einem Zipverschlussbeutel verpacken und das ausgefüllte Spendenformular beilegen.

Haare spenden oder verkaufen ist heutzutage gang und gäbe. Wer sowieso über einen neuen Haarschnitt nachdenkt und seine Haare angemessen recyceln möchte, für den mag das eine gute Sache sein. Es tut nicht weh, kann für die Empfänger der Perücken aber die Welt bedeuten …