Polymer-Banknoten – Moderner, sicherer, robuster?


Egal ob Kanada, Australien oder die Malediven: Kleine wie große Staaten setzen in Zeiten global organisierter Geldfälschung auf Polymer-Banknoten, deren wichtigstes Versprechen eine gesteigerte Sicherheit gegenüber herkömmlichen Geldscheinen ist. Doch einige der modernen Exemplare sind viel mehr als bloße Zahlungsmittel – mit farbenkräftigen Motiven und völlig neuartigen Sicherheitsmerkmalen erscheinen sie wie Kunstwerke, sind Repräsentanten einer jeden Landeskultur. Im Folgenden stellen wir Ihnen fünf Staaten und ihre schönsten Polymer-Banknoten vor.

Kanada – vom Meer bis in den Weltraum

Tausende Seen und hunderttausende Kilometer Küstenlänge kennzeichnen das Land, das als flächenmäßig größter Staat weltweit Polymer-Banknoten einsetzt – 2011 war Kanada übrigens das erste G8-Mitglied, das diesen Schritt ging. Im gleichen Jahr erschien die “Frontier Series”, die mit den Denominationen 5, 10, 20, 50 und 100 kanadische Dollar einige der markantesten Geldscheine überhaupt beinhaltet. Jede Frontseite wird traditionell von Berühmtheiten des Landes geziert, wobei das Revers ganz im Sinne technischer Errungenschaften steht.

Mit dem 5-Dollar-Schein von 2013 erhalten Sammler bereits alle Features der Reihe: Das Konterfei Wilfried Lauriers, der von 1896 bis 1911 Premierminister war und als einer der größten Staatsmänner des Landes gilt, steht einem Abbild der Raumstation ISS auf der Rückseite gegenüber. Wie bei allen höheren Banknoten, zählt das vertikal durchgehende Sichtfenster mit seinen aufwendigen Sicherheitsmerkmalen zu den Highlights des Geldscheins, dessen Vorstellung durch den kanadischen Astronauten Chris Hadfield im Weltraum erfolgte.

Malediven – Traditionelles auf modernem Grund

Der nach Fläche und Einwohnern kleinste Staat Asiens gilt nicht nur als Urlaubsparadies, sondern hat auch eine vielfältige Kultur zu bieten. Um diese näher zu erkunden, ist keine Reise zu den Malediven erforderlich: Auf den Rufiyaa-Banknoten der 2015 bis 2017 erschienenen “Ran Dhihafaheh”-Serie finden sich sämtliche Motive, die den Lebensstil des Inselvolks abbilden. Alle Stückelungen von 5 bis 1000 Rufiyaa weisen eine enge Verbundenheit zu Natur und Traditionen auf, verfügen allerdings über modernste Sicherheitsmerkmale – die ungewöhnlichsten sind wohl die schimmernden Muster, deren Glanz sich über das gesamte Avers erstreckt.

Die Vorder- wie Rückseiten sind abwechslungsreich, beinhalten sie Fußballspieler (5-Rufiyaa), traditionelle Trommelspieler (10-Rufiyaa) und eine detailreiche Schildkröte (1000-Rufiyaa). Auch die Farbvielfalt ist beeindruckend, weshalb die maledivischen Polymer-Banknoten zu den interessantesten Geldscheinen Asiens gehören.

Neuseeland – Respekt vor den Maori und der Natur

Bereits seit 1999 greift Neuseeland auf Polymer-Banknoten zurück und präsentierte in den Jahren 2015 und 2016 eine überarbeitete Reihe. Sie vermittelt einen Eindruck der einzigartigen Flora und Fauna, aber auch der großen Persönlichkeiten des Landes, das knapp fünf Millionen Menschen beheimatet. Obwohl die einzelnen Scheine einem einheitlichen Muster mit jeweils einem Menschen auf der Vorder- und einer einheimischen Tierart auf der Rückseite folgen, unterscheiden sie sich deutlich voneinander.

Brighter Money - NeuseelandQuelle: https://www.rbnz.govt.nz

Während die kleinste Denomination (5 neuseeländische Dollar) das Abbild des weltberühmten Entdeckers und erstmaligen Mount-Everest-Besteigers Edmund Hillary zeigt, ziert das Konterfei des Chemie-Nobelpreisträgers Ernest Rutherford die höchste Note (100 Dollar). Hoiho, Whio und Mohua sind nur einige der teils vom Aussterben bedrohten Tierarten der Rückseiten – finden Sie doch einmal heraus, welche endemischen Lebewesen hinter den exotischen Namen stecken! Und wo wir gerade bei Begriffen aus der Maori-Sprache sind: Kaum ein Land erweist seinen Ureinwohnern einen solchen Respekt wie Neuseeland, weshalb der alternative Landesname “Aotearoa” auf allen Geldscheinen zu finden ist.

Australien – Vorreiter bei modernen Polymer-Scheinen

1988 veröffentlichte die australische Notenbank ihre ersten Polymer-Banknoten und etablierte mit dem transparenten Fenster ein völlig neues, heutzutage international genutztes Sicherheitsmerkmal. Die aktuelle Reihe ist die seit 2015 im Umlauf befindliche, dritte Polymer-Serie: Sie sticht weniger durch außergewöhnliche Motive hervor (auf dem 5-Dollar-Schein befindet sich weiterhin das Konterfei Queen Elisabeths II.) als durch ihr einmaliges Sichtfenster – es teilt die Note scheinbar in zwei Teile und beinhaltet atemberaubende Details.

Quelle: https://banknotes.rba.gov.au

Bleiben wir bei der 5-Dollar-Note: Kippt man den Schein hin und her, scheint ein bunter Vogel zu fliegen, während die “5” im Fenster auf magische Art ihre Richtung ändert. Natürlich zeichnen sich die höheren Denominationen (10, 20, 50 und 100 australische Dollar) durch ebenso einzigartige Features aus – wer sich für moderne Banknoten begeistert, muss mindestens eines dieser Exemplare in seiner Sammlung haben.

Costa Rica – Farbenpracht aus Lateinamerika

Fast 14.000 Kilometer sind es von Sydney nach San Jose, der Hauptstadt unseres nächsten Landes. Vom Cerro Chirripó, mit 3.820 Metern der höchste Berg Costa Ricas, eröffnet sich der Blick auf malerische Landschaften – zwischen Atlantik und Pazifik ist aber auch eine faszinierende Tierwelt beheimatet. Der Tourismus gehört nicht umsonst zu den wichtigsten Einnahmequellen des mittelamerikanischen Staates, der für die komplette Abschaffung seines Militärs im Jahr 1949 berühmt ist.

Costa Rica neue Plastik-Banknoten Quelle: https://www.bccr.fi.cr/seccion-billetes-y-monedas/billetes-en-circulaci%C3%B3n

Die aktuelle, seit 2009 existierende Banknotenserie beginnt bei 1.000 Colones und ist ein beeindruckendes Zeugnis der Naturwelt Costa Ricas. Der Scheine strahlen allesamt in kräftigen Farben – während die Vorderseiten mit historischen Persönlichkeiten geschmückt sind, zeigt das Revers einer jeden Banknote realistische, fast schon plastisch wirkende Szenerien aus dem Regenwald, dem Meer und weiteren Regionen. Keine Frage: Diese Stücke verleihen Ihrem Sammelalbum eine frische Note und beweisen, dass Polymer-Geldscheine neben einer erhöhten Sicherheit auch völlig neue Möglichkeiten künstlerischer Gestaltung erlauben.