Wertvolle Römische Münzen: Hintergründe, Funde, Wertermittlung


Römische Münzen sind ein ebenso anregendes wie komplexes Sammelgebiet. In jedem Fall üben die Relikte aus der römischen Kaiserzeit eine gewaltige Faszination aus. Immer wieder finden sich neue alte Münzen aus dem Römischen Reich in ganz verschiedenen Ländern, ob Israel, Japan oder Deutschland. Dieser Beitrag liefert spannende Hintergrundinformationen zu römischen Münzen. 


(Nachtrag)

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Wolfgang Agers überwältigende Ausgrabung

Ein gewisser Wolfgang Ager aus dem beschaulichen Raubling bei Rosenheim in Bayern. Ein leidenschaftlicher Hobby-Archäologe und Sondengeher, der sich am liebsten im Umfeld der einstigen Römerbrücke über dem Inn (“Pons Oeni”) nach antiken Schätzen umsieht. Dabei hat er bereits einige interessante Entdeckungen gemacht – die größte und wichtigste davon gelang dem Mann im Jahr 2014. 

Am rechten Ufer des Inns, in unmittelbarer Nähe des Weilers Mühltal, förderte er bei einer seiner Grabungen insgesamt 1289 römische Silbermünzen zutage. Mit bloßen Händen grub Ager die Kostbarkeiten aus dem Erdreich heraus. Sie lagen in ungefähr 40 Zentimetern Tiefe und verteilten sich auf circa 1,6 Quadratmetern Fläche. Die römischen Münzen waren von einer kombinierten Lehm-Kies-Humus-Schicht überzogen.

Es handelt sich bis heute um den spektakulärsten Fund römischer Silbermünzen in Bayern. Größtenteils sind die gefundenen Münzen Denare aus den Regierungszeiten von Septimius Severus (ab 193 n. Chr.), Elagabal und Severus Alexander. Vereinzelt gehören auch Antonine zu den Fundstücken. Das sind Doppeldenare mit geringerem Silbergehalt, die zum ersten Mal unter Kaiser Caracalla geprägt wurden.

Den durchschnittlichen Wert eines Denars aus der Kaiserzeit bemessen Experten mit etwa acht Euro. Damit ist der gesamte Fund von Wolfgang Ager rund 9500 Euro wert. Der Finder hat die Sammlung jedoch nicht verkauft, sondern unentgeltlich an regionale sowie auch an überregionale Museen übergeben. Hinsichtlich der Frage, wie die römischen Münzen nach Bayern kommen konnten, herrscht übrigens Rätselraten. 

Funde römischer Münzen in Japan und Israel

Auch in viel weiter vom früheren Römischen Reich entfernten Ländern wurde schon die ein oder andere römische Münze gefunden, so beispielsweise in Japan und Israel. 

Bei einer Ausgrabung in Okinawa im südlichen Japan stießen Archäologen auf zehn Bronze- und Kupfermünzen. Die ältesten dieser Stücke stammen aus der Zeit von 300 bis 400 n. Chr. und sorgten bei den Forschern für große Verwunderung. 

Ähnlich überrascht zeigte sich die Israelin Laurie Rimon, als sie 2016 bei einer Wanderung auf einmal eine römische Goldmünze im Gras blinken sah, als sie sich in der Nähe einer Grabungsstätte aufhielt. 

Vermutlich ist das Fundstück ein extrem seltenes Exemplar. Bei der Vorstellung des Fundes verkündete die Israelische Altertumsbehörde, dass zuvor erst ein Exemplar dieser Münze bekannt war. Dieses befindet sich bis heute im Londoner British Museum. 

Die numismatische Rarität wurde mit einem Konterfei von Kaiser Augustus im Jahr 107 n. Chr. geprägt – dies offenbaren die Inschriften auf der Rückseite der Münze. 

Händler und Soldaten als mögliche “Boten”

Dass römische Münzen in Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt auftauchen, liegt höchstwahrscheinlich daran, dass sich Händler, Bauern und Soldaten des Römischen Reichs auch in anderen Gebieten aufhielten. Die einen machten Geschäfte, die anderen hatten möglicherweise das Pech, ihre Münzen bei Naturkatastrophen oder Angriffen zu verlieren. So verwundert es nicht (und irgendwie doch…), dass nach wie vor Münzen aus der Zeit des Römischen Reiches in unterschiedlichsten Gefilden unserer Erde ausgegraben werden.

Über die Materialien römischer Münzen

Aus den bisherigen Schilderungen lässt sich bereits ableiten, aus welchen Materialien die alten römischen Münzen bestanden beziehungsweise bestehen: vornehmlich aus Kupfer, Bronze, Silber oder Gold. 

Dabei ist anzumerken, dass römische Münzen aus Gold die seltensten und gleichzeitig die wertvollsten sind. Der Grund dafür: Schon zu ihrer Zeit waren sie die kostbarsten Stücke ihrer Art – abgesehen davon, dass Gold das teuerste der verwendeten Materialien ist.

Wer das Glück hat, eine alte römische Münze zu besitzen, kann deren Wert beispielsweise von den Catawiki-Experten ermitteln lassen und das Stück auf dem Portal verkaufen. Es ist nicht genau zu sagen, wie viel Geld das Versteigern einer römischen Münze bringen kann.

Aber: Es gab Fälle, in denen römische Münzen für mehrere Hundert oder sogar mehr als tausend Euro verkauft wurden. Der Wert hängt weitestgehend vom Material, dem Motiv, dem Erhaltungszustand, der Vorkommenshäufigkeit und natürlich der Nachfrage ab. Die größten Fehler, die hier gemacht werden, betreffen die Reinigung der Münzen und die Entfernung der Patina.

Geschichtliches, Motive und Nominale

Octavian, Adoptivsohn des legendären Gaius Iulius Caesar, inzwischen hauptsächlich mit dem Namen Augustus bezeichnet. Mit seinem Prinzipat begann 27 v. Chr. das Römische Kaiserreich. Diesem Mann ist es zu weiten Teilen zu verdanken, dass es römische Münzen im Besonderen sowie vielfältige Münzen im Allgemeinen gab und gibt. 

Augustus war der erste, der Porträtmünzen seiner Person prägen ließ. Auch die Kaiser, die auf Octavian folgten, führten die “Tradition” so fort. Zu den wichtigsten zählen etwa Trajan und Hadrian, Marc Aurel, Dioclatian und Constantin sowie auch Nero und Caligula. Kurzum war es in der römischen Kaiserzeit üblich, dass die Kaiser ihr Konterfei auf qualitativ enorm hochwertigen Münzen verewigen ließen.

In dem Zusammenhang ist interessant, dass es sich bei den römischen Münzen heute nicht nur um begehrte Sammlerstücke, sondern auch um Zeitzeugen des Kaiserreiches handelt. Die frühere Existenz mancher Kaiser wäre gar nicht (mehr) bekannt, wenn es nicht Münzen mit den Abbildern und Namen derselben gegeben hätte beziehungsweise gäbe. Ein gutes Beispiel dafür ist Quintillus.

476 n. Chr. endete das Imperium in der westlichen Reichshälfte – mit Romulus Augustus.

Auf der Vorderseite der kaiserlichen römischen Münzen rankt in der Regel das Porträt des jeweiligen Kaisers. Die Rückseite zieren Gottheiten der Römer, wesentliche Bauwerke oder Darstellungen geschichtlicher Ereignisse und historischer Kriegserfolge.

Zur römischen Kaiserzeit galt der Denar (auch Denarius) als gängiges Münznominal. Zuerst bestand er aus feinem Silber, verlor daraufhin jedoch zunehmend an Wert. Zu guter Letzt, am Ende des inflationären Prozesses, setzte sich der Denar nur noch aus Kupfer zusammen. Zudem gab es im römischen Kaiserreich den Sesterz und den Dupondius.

Gut erhaltene römische Münzen verkaufen

Römische Münzen gehören zu den bedeutendsten Kulturgütern der gesamten Antike und haben sich ihre Attraktivität über alle Epochen hinweg bewahrt. Bis heute existieren viele Sammler, die sich nichts mehr wünschen, als bestimmte römische Münzen zu erwerben. Dies ist für jeden Besitzer eines solchen Exemplars die Chance, durch den Münzen Verkauf an eine schöne Summe Geld zu kommen.

Fazit: Gut erhaltene Münzen aus dem römischen Kaiserreich gelten als echte Rarität. Sie sind für Sammler höchst interessant.